Die Stadt Esens

Beschaulichkeit im Zeichen des Bären

Das Wappen der Stadt Esens
Das Wappen der Stadt Esens

Esens, lange Zeit Häuptlingssitz und somit so etwas wie Hauptstadt des Harlingerlandes, stand rund 200 Jahre im Zentrum der turbulenten Geschichte dieses Landstrichs. Zwar wurde der Ort bereits um das Jahr 800 gegründet; doch erst 1527 reichte es dann zur Verleihung der Stadtrechte.

Junker Balthasar ließ es kräftig krachen

Zwischen 1522 und 1540 war Balthasar von Esens hier „Chef im Ring“. Junker Balthasar wusste, wie man seine Ansprüche – gerne mit Waffengewalt – durchsetzt und sein Vermögen mehrt. Er stellte Kaperbriefe für die Piraten in der Nordsee aus, um Bremer Handelsschiffe aufzubringen, und ließ auch schon mal durchziehende Kaufleute ausplündern. Dass dies den Nachbarn, insbesondere den Grafen von Ostfriesland, nicht gleichgültig war, ist naheliegend, und so musste Esens diverse Belagerungen durchstehen. Es gelang jedoch nicht, den rauflustigen Junker auf Dauer in die Knie zu zwingen. 1538 verhängte Kaiser Karl V. sogar die Reichsacht über Balthasar. Der starb 1540 sozusagen in den Stiefeln: während der letzten Belagerung von Esens.

Entspannte Atmosphäre

Esens im Jahre 1714. Nach einer Zeichnung von C. W. Schneider. (Zum Vergrößern klicken)
Esens im Jahre 1714. Nach einer Zeichnung von C. W. Schneider.

Mit dem Tod dieses letzten Häuptlings verzog sich der Pulverdampf, und das Schwerterklirren verstummte. Die Geschichte zog allmählich weiter und ließ Esens zurück. Heute ist die Stadt mit ihrem Ortsteil Bensersiel, einem seit 1990 anerkannten Nordseeheilbad und Kurort, ein beschauliches, schmuckes Städtchen, das in hohem Maß vom Tourismus lebt. Von Bensersiel aus geht auch die Fähre nach Langeoog, die tideunabhängig nach festem Fahrplan verkehrt.

Reiches kulturelles und touristisches Angebot

Kurpark Bensersiel (Zum Vergrößern klicken)
Kurpark Bensersiel (Quelle: Thomas Stöcker, pixelio.de)

Die barrierefreie Altstadt von Esens bietet entspanntes Bummeln mit vielen Geschäften und Gastronomiebetrieben. Fixpunkte sind der historische Marktplatz mit Tidebrunnen und der baumbestandene Kirchplatz, auf dem der Junker-Balthasar-Brunnen an unruhigere Zeiten erinnert. Überall in der Stadt stößt der Besucher auf den Bären, traditionelles Wappentier von Esens. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die man sich im Rahmen eines Stadtspaziergangs mit den StadtführerInnen erzählen lassen kann. Dieser Streifzug durch die Stadt ist auch auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Lohnenswerte Ausflugsziele sind beispielsweise auch das teilweise barrierefreie „Museum Leben am Meer“ in der restaurierten Peldemühle, einer Mühle mit Geschichte, oder das Holarium, ein „3D-Museum“, das Holographien zeigt, ebenfalls teilweise für Rollstuhlfahrer zugänglich. Kultur in Form von Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen laufen in der Theodor-Thomas-Halle sowie im Gemeindesaal, die beide barrierefrei sind.

Hafen von Bensersiel: Klicken zum Vergrößern
Hafen von Bensersiel (Foto: Holger Seeger/pixelio.de

Bensersiel hat nicht nur einen kilometerlangen Sand- und rollstuhlgerechten Grünstrand, sondern darüber hinaus beispielsweise das „Wattenmeerhuus“ mir interaktiver Ausstellung zum Thema „Leben im Watt“. Das „Wattenmeerhuus“ ist teilweise mit dem Rollstuhl zugänglich. Neuer schmucker Blickfang in Bensersiel ist der 2012 eingeweihte Dorfplatz, Treffpunkt, Veranstaltungsort und Ruhezone in einem. Die Zugänge sind behindertengerecht.

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